Warum wir uns bestrafen, wenn wir Fehler machen – und warum Fehler eigentlich Wachstum bedeuten
„Ich habe einen Fehler gemacht.“
Diesen Satz höre ich im Coaching immer wieder. Und fast immer folgt darauf etwas, das mich nachdenklich macht: Menschen beginnen sofort, sich selbst zu verurteilen. Sie erzählen von Schuldgefühlen. Von dem Gefühl, versagt zu haben. Von der Angst, nicht gut genug zu sein. Doch was genau bedeutet es eigentlich einen Fehler zu machen? Und wer entscheidet darüber, was richtig oder falsch ist?
Was wir als Fehler bezeichnen
Viele Dinge, die wir als Fehler bezeichnen, sind eigentlich nur Situationen, in denen etwas nicht so funktioniert hat, wie wir es erwartet haben. Wir haben eine Entscheidung getroffen, oder wir haben etwas ausprobiert.
Und das Ergebnis war nicht das, was wir uns erhofft hatten. Doch bedeutet das wirklich, dass wir versagt haben? Oder bedeutet es vielleicht einfach nur, dass wir etwas gelernt haben?
Fehler gehören zum Leben
Wenn wir ehrlich sind, besteht unser ganzes Leben aus Erfahrungen. Manche verlaufen so, wie wir es uns wünschen. Andere eben nicht. Doch genau in diesen Momenten beginnt oft etwas Neues.
Routine entsteht häufig dort, wo alles reibungslos funktioniert und sich wenig verändert. Wachstum dagegen beginnt oft genau an dem Punkt, an dem etwas nicht funktioniert.
Ein Fehler kann uns deshalb etwas Wichtiges zeigen: Vielleicht darf sich etwas verändern. Vielleicht dürfen wir einen anderen Weg ausprobieren. Oder etwas aus einer neuen Perspektive betrachten.

Warum wir so hart mit uns selbst sind
Viele Menschen haben früh gelernt, dass Fehler etwas Negatives sind. In der Schule werden Fehler rot markiert, im Berufsleben gelten sie oft als Zeichen von Schwäche. Und so entsteht schnell die Überzeugung: Ich darf keine Fehler machen.
Wenn dann doch etwas schiefgeht, richten wir den Blick sofort auf uns selbst. Wir beginnen, uns zu kritisieren oder uns Vorwürfe zu machen. Doch genau diese Haltung verhindert oft das, was eigentlich entstehen könnte: Entwicklung.
Fehler als Information
Vielleicht hilft dabei ein anderer Blick.
Ein Fehler ist nicht nur ein Scheitern, sondern er ist auch eine Information. Er zeigt uns, dass etwas noch nicht funktioniert hat, dass etwas anders gedacht oder anders gemacht werden darf.
Wenn wir einen Fehler nur als persönliches Versagen betrachten, bleiben wir schnell in Schuldgefühlen stecken. Wenn wir ihn jedoch als Hinweis verstehen, entsteht Raum für unsere Entwicklung.
Ein anderer Umgang mit Fehlern
Im Coaching erlebe ich immer wieder, wie sich etwas verändert, wenn Menschen beginnen, ihre Fehler anders zu betrachten. Nicht mehr als Beweis dafür, dass sie gescheitert sind. Sondern als Teil eines Weges.
Plötzlich entsteht Neugier. Was kann ich daraus lernen? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Und genau dort beginnt Wachstum.
Auch unsere Bewertung von Fehlern beeinflusst stark, wie wir uns fühlen. Mehr dazu schreibe ich in meinem Artikel über Warum wir uns für Fehler bestrafen.
Eine Frage zum Schluss
Vielleicht kennst du selbst Situationen, in denen du lange über einen Fehler nachgedacht hast und vielleicht hast du dich sogar dafür verurteilt. Doch was wäre, wenn dieser Fehler nicht das Ende war, sondern ein Hinweis? Ein Hinweis darauf, dass etwas Neues entstehen darf.
Manchmal fällt es schwer, solche Situationen alleine zu betrachten. Ein Coaching kann dir dabei helfen, den Blick zu verändern und neue Perspektiven zu entdecken. Wenn du spürst, dass du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf diesem Weg.
